Alles hängt bekanntlich mit Allem zusammen, und so kann man leicht vom Hölzchen zum Stöckchen und dann zu einer guten Idee kommen. Fangen wir mit dem Hölzchen an, wobei klar gesagt werden muß, dass die Verkleinerungsform eigentlich für die Bundeskanzlerin ganz unangemessen ist. Sie ist ohne Zweifel aus ganz hartem Holz, und dass ihr Auftreten auf internationalem Parkett, nun ja, etwas geschnitzt wirkt, schadet ihr weder zuhause noch bei den Freunden. Sie hat die Außenpolitik für sich entdeckt und beginnt sich sichtbar wohlzufühlen. Gleiches kann man von einem ihrer Freunde sagen, dem immer quicklebendigen Nicolas Sarkozy. Und da wären wir beim Stöckchen, respektive beim Problem.
Selbstverständlich bin ich Laie in dem Geschäft, und mir steht es nicht zu, Angela Merkel wegen des Besuches eines anderen Freundes zu kritisieren. Der Dalai Lama ist ein netter Kerl, und ich finde wirklich, dass die Chinesen sich da nicht so anstellen sollten. Inzwischen sollten sie wissen, dass eine demokratische Politikerin ab und zu etwas für die Seele ihrer Partei tun muss. Schließlich gibt es nicht mehr viele Gelegenheiten, die antikommunistische Vergangenheit der CDU zu beschwören und dem alten Gegner mal wieder zu zeigen, dass man Prinzipien hat. Dass die Airbusse für China dann von Nicolas verkauft wurden, ist auch egal, denn das bleibt letztlich in der Familie.
Risikoreicher fand ich schon die Sache mit Afrika. Da hatten die Portugiesen die eigentlich richtig gute Idee, sich einmal wieder mit den afrikanischen Freunden und Freundinnen zu einem Gipfel zu treffen. Und weil sie Ratspräsidenten sind, haben sie ihre europäischen Freunde und Freundinnen gleich mit eingeladen. Es gibt eine Menge zu bereden, und das hat dann auch Gordon Brown eingesehen und hat die Sache nicht weiter aufgehalten, obwohl er ja doch Bedenken hatte wegen dem Mugabe. Angela hatte auch Bedenken, aber scheinbar weniger als Gordon, denn sie hat ja am Gipfel teilgenommen. Ihr war der kleine Erfolg mit dem Dalai Lama noch gut in Erinnerung, und deshalb hat sie dem Mugabe vor und beim Gipfel erst einmal erklärt, wie das mit der Demokratie geht, und das geht anders als in Simbabwe. Bei dem Land kann man ja auch sehen. wohin man kommt, wenn man einen Sozialisten an die Regierung läßt. Davon versteht die CDU auch mehr als ihre heimische Konkurrenz, auch wenn die gerade den Außenminister stellt.
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