Ein wenig seltener sind sie geworden, die Bilder von Carla, der italienschen Schönheit, die so schön auf französisch singen kann, und Sarko, der nichts wirklich schön kann. Warum dann das hier, werden diejenigen sagen, die des öffentlich zur Schau getragenen Glücks schnell überdrüssig waren. Man sieht doch, dass all das Händchen-halten und Küßchen-geben nichts weiter gewesen ist als eine kühle Inszenierung, einkassiert in dem Moment, als sich herausstellte, dass sie im Wahlvolke unpopulär ist. Warum also sollte man sich jetzt mit seinem Privatleben beschäftigen, statt Sarkos Ankündigungen zur Fischereipolitik zu geißeln, oder seine unsägliche Mittelmeerpolitik, oder irgendeine andere lauthals vorgetragene Unbedachtheit des Mannes, der in seiner Traumrolle als Frankreichs Präsident den ruhelosen Gefühlsmenschen gibt.
Doch die öffentliche Verbandelung eines politischen Tieres und Amtsträgers mit der Welt der Schönen und Reichen signalsiert eine Veränderung von Politik, die aufgeklärte Demokraten beunruhigen sollte. Nicht, dass irgendwer Einwände erheben kann dagegen, dass Sarko in die französische Geschichte eingehen wird als erster Präsident, der sich im Amt scheiden läßt. So sind die Zeiten halt. Auch an dem gar nicht einmal unwahrscheinlichen Szenario, dass er sich als erster französischer Präsident im Amt heiratet und sich erneut scheiden läßt, ist allein eines beunruhigend: viele Menschen werden das viel spannender finden als Frankreichs Staatsdefizit, die derzeitige Finanzkrise oder den Krieg im Irak. (more…)
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